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Worauf kommt es bei Akustik im Büro an?

Je nach Nutzung bestehen unterschiedliche Anforderungen an die Raumakustik. Um die Akustik im Büro gezielt zu gestalten, beantworten wir zunächst die Frage: Worauf kommt es bei Raumakustik im Büro an?

In Mehrpersonenbüros oder Großraumbüros muss Lärm durch viele gleichzeitige Gespräche und Geräusche begrenzt werden. Sprache soll nur über kurze Distanzen verstanden werden, während Sprache über weite Distanzen möglichst unverständlich bleiben soll. Um dies zu erreichen, muss der Raum ausreichend bedämpft werden, was die Nachhallzeiten begrenzt. Aber Achtung: zu viel Bedämpfung bzw. zu kurze Nachhallzeiten sind nachteilig! Für die Akustik im Büro berechnen wir die benötigte Menge an Akustikelementen so, dass sich weder zu kurze noch zu lange Nachhallzeiten einstellen. Wir platzieren die Akustikelemente so, dass sie Schall von Lärmquellen möglichst gut aufnehmen können.

  • Akustik im Büro
  • Im Büro nahe Sprache verstehen, entfernte Sprache nicht
  • Raumakustik Büro
  • Raumakustik im Büro
  • Raumakustik Anforderungen
  • Worauf es bei Raumakustik im Besprechungsraum ankommt
  • Sprachverständlichkeit im Besprechungsraum
  • Sprachverständlichkeit bei Videokonferenz
  • Art, Menge und Platzierung von Akustikelementen im Besprechungsraum
  • Raumakustik Anforderungen

In Besprechungsräumen und Videokonferenzräumen kommt es auf gute Sprachverständlichkeit an - sowohl wenn eine Person zu vielen spricht, wie auch, wenn mehrere Gruppen gleichzeitig diskutieren. Dies schließt Mikrofone und Lautsprecher von Videokonferenzanlagen ein. Für Besprechungsräume und Videokonferenzräume selektieren wir Art und Menge von Akustikelementen so, dass sie alle Frequenzbereiche in geeignetem Maß bedämpfen. Dann stellt sich bei allen Frequenzen die richtige Nachhallzeit ein. Zusätzlich platzieren wir die Akustikelemente so, dass sie gewollte Reflexionen zulassen, aber ungewollte oder für Sprachverständlichkeit schädliche Reflexionen unterbinden.

Es gibt viele gute Gründe, die Akustik im Büro gezielt zu gestalten. Die wichtigsten werden in den folgenden Artikeln auf dieser Seite angeführt.

Akustik im Büro verbessern

Die Akustik im Büro verbessern bedeutet bessere Arbeitsergebnisse zu erhalten.

"Über 60% der Nutzer von Arbeitskabinen in Büros glauben, dass die Akustik im Büro sie dabei behindert ihre Arbeit zu machen." Sie wären weniger eingeschränkt, wenn sie die Akustik im Büro verbessern könnten.
Whole Building Desing Guide - a program of the U.S. National Institute of Building Sciences

Akustik im Büro verbessern

Schallschutz im Büro

"Lärm ist wahrscheinlich das am weitesten verbreitete Ärgernis im Büro, und kann zu erhöhtem Stress für die Mitarbeiter führen." Center for the Built Environment, University of California, Berkeley. Schallschutz im Büro begrenzt den Lärm und wirkt dem Stress für Mitarbeiter entgegen.

Noch konkretere Argumente für Schallschutz im Büro sind: "Das vegetative, die Körperfunktionen regulierende, Nervensystem ist meist ab einem Schalldruckpegel von 60 dB(A) betroffen, während Einflüsse auf die psychische Verfassung und der kognitiven Leistungsfähigkeit schon ab ... 30dB(A) auftreten können."Meis, Klink: Lärmwirkungen in Büroumwelten... In: Schick, Meis, Nocke: Akustik in Büro und Objekt, Beiträge zur psychologischen Akustik 10. Büro Schallschutz wirkt daher sowohl positiv auf das vegetative Nervensystem wie auch auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern.

Lärmschutz Büro: verbindliche Lärmpegel Grenzwerte

Für Lärmschutz Büro gelten verbindliche Lärmpegel Grenzwerte, die deutlich unterhalb der Auslösepegel der LärmVibrationsArbSchV liegen.

Die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 "Lärm" (auch Arbeitsstättenverordnung oder Arbeitsstättenrichtlinie genannt) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist verbindlich einzuhalten. Für Lärmschutz Büro legt diese fest: Wenn eine Tätigkeit hohe Konzentration oder Sprachverständlichkeit fordert, ist der Grenzwert für den Beurteilungspegel von 55 dB(A) einzuhalten, für mittlere Konzentration oder Sprachverständlichkeit gelten 70 dB(A). Höher darf der Lärmpegel im Büro nicht sein.

Die technische Regel VDI 2058 nutzt die gleichen Grenzwerte für Lärmpegel im Büro, definiert aber die zugeordneten Tätigkeiten unterschiedlich. Die Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse Nr. 124 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sehen für die schalltechnische Arbeitsplatzqualifizierung detailliertere Grenzwerte für den Lärmschutz im Büro vor. (Siehe auch nachfolgende Grafik)

Lärmpegel im Büro - nach div. Standards Lärmpegel im Büro - nach div. Verordnungen, Richtlinien, Normen
Lärm am Arbeitsplatz verursacht Fehler Fehlerhäufigkeit, abhängig von Lärm am Arbeitsplatz
Akustik am Arbeitsplatz und Effizienz Leistungseffizienz, abhängig von Lärm am Arbeitsplatz

Lärm am Arbeitsplatz: Fehler und Effizienzverlust in Zahlen

Wie die Geräuschkulisse bzw. Lärm am Arbeitsplatz Fehler erhöht und die Arbeitsleistung und Effizienz negativ beeinflusst, ist wissenschaftlich untersucht.

Die Fehlerhäufigkeit bei Bürotätigkeiten steigt bei Sachbearbeitern schon um 60% an, sobald keine absolute Ruhe mehr vorhanden ist. Bei sehr hohen Lärmpegeln (80 dB(A)), treten im Büro sogar 170% mehr Fehler auf, also 2,7 mal so viele, als in ruhigen Räumen.

Die Leistungseffizienz bei Verwaltungsmitarbeitern nimmt bei lauter Umgebung schnell um ein Drittel ab. Damit verringert sich durch Lärm am Arbeitsplatz der Ertrag pro Zeitaufwand deutlich. (Siehe nebenstehende Bilder, Schönpflug & Schulz, 1979)

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat diese Forschungsergebnisse in ihre "Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, Lärmbeurteilung - Büro-Arbeitsplätze" aufgenommen und empfiehlt eine Reduzierung von Lärm am Arbeitsplatz. 

Eine geeignete Akustik am Arbeitsplatz zu schaffen hilft nicht nur dabei, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, sondern liegt auch im wirtschaftlichen Interesse von Arbeitgebern.

Raumakustik verbessern im Büro - Produktivität erhöhen

"Eine akustisch gut gestaltete Büroumgebung trägt maßgeblich dazu bei, dass die Beschäftigten ungestört und konzentriert arbeiten und kommunizieren können. Eine abgestimmte Akustik erhöht die Produktivität ... und ist damit ein wichtiger Faktor für Motivation und Erfolg in der Büroarbeitswelt." Raumakustik verbessern Büro bringt bessere Arbeitsergebnisse.
"Dagegen können laute, störende Geräusche die Konzentration, die Leistungsfähigkeit und sogar die Gesundheit negativ beeinflussen. Störender Lärm im Büro wird von den Beschäftigten als „Störfaktor Nummer eins“ genannt – noch vor anderen Faktoren wie Klima und Licht."
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Sie können also durch Raumakustik verbessern im Büro die Produktivität im Büro erhöhen.

Lärm im Büro reduzieren

"Eine geeignete akustische Gestaltung der Raumbegrenzungsflächen ist insbesondere bei größeren Umbaumaßnahmen oder bei Neubauten zu berücksichtigen. .... Aber auch in bestehenden ungünstig gestalteten Arbeitsräumen ist eine raumakustische Nachbesserung als flankierende Lärmminderungsmaßnahme häufig unumgänglich."
Schreibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - baua und sagt damit grundsätzlich wie man Lärm im Büro reduzieren kann. Wie das konkret und kostengünstig in Ihrem Büro möglich ist, sagen wir Ihnen - kontaktieren Sie uns.

Büroakustik ist Schlüssel für Arbeitsleistung

Die U.S. General Services Administration hat eine Richtlinie Workplace strategies that enhance human performance, Health and wellness veröffentlicht. 

Darin wird festgestellt, "Büroakustik ist ein Schlüsselfaktor für Arbeitsleistung und Wohlbefinden am Arbeitsplatz."
Folglich bedeutet Büro Akustik verbessern auch die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden zu verbessern.

Nachhallzeit im Büro verringern

Nachhallzeit im Büro verringern Artikel

Lesen Sie den Ton im Raum Fachartikel im Online Büromagazin Office Roxx über moderne Methoden der Akustik und wie sie die Nachhallzeit im Büro verringern und dazu beitragen Lärm und Fehlerhäufigkeit im Büro zu verringern. Es kommt nicht nur auf Nachhallzeit im Büro verringern an.

Optimale Akustik für Videokonferenzen und Homeoffice

Der Ton bei Videokonferenzen stellt besondere Anforderungen an die Akustik des Raums. Die Mikrofone von Videokonferenz-Systemen (egal wie gut sie sind) können Sprache nur dann klar und verständlich übermitteln, wenn nicht zu viel Hall im Raum ist und keine starken Schallreflexionen auftreten. Sowohl Hall wie auch Reflexionen lassen sich mit der Gestaltung der Akustik "einstellen". Die Optimale Akustik für Videokonferenzen und Homeoffice sorgt nicht nur für guten Ton und Sprachverständlichkeit am anderen Ende der Leitung, sondern auch im Homeoffice oder im Büro.

Fachartikel: Büroakustik planen

Lesen Sie hier den Ton im Raum Artikel über Büroakustik planen, den die Zeitschrift Das Büro - Magazin für moderne Büroarbeit veröffentlicht hat.

Großraumbüro Akustik - Essay

Große, offene Bürolandschaften können Mitarbeiter motivieren und beeindrucken. Viele Kollegen hätten gegen Tischkicker und Entspannungsbereiche nichts einzuwenden. Kunden und Investoren verbinden die moderne Optik von open space offices mit der Innovationskraft der Firma und das Management möchte die Kommunikation unter Mitarbeitern verbessern und Offenheit und Transparenz unterstützen. Die Großraumbüro Akustik ist jedoch oft der Kritikpunkt Nummer Eins und es werden bei der Planung der Akustik in modernen Bürolandschaften noch viele Fehler gemacht.

Moderne Bürolandschaften - Akustische Herausforderung

Genau so gerne wie wir unsere Blicke durch moderne Bürolandschaften schweifen lassen, breitet sich Schall darin aus. Unerwünschter Schall ist Lärm und Lärm macht krank. Viele Untersuchungen haben belegt, dass Lärm negative Auswirkungen auf unseren Körper hat. Menschen die mit Lärm gestresst werden, haben einen höheren Adrenalinspiegel im Blut und ihr vegetatives Nervensystem zeigt direkte Reaktionen. Während physische Reaktionen erst ab einem deutlich wahrnehmbaren Schallpegel auftreten, werden Reaktionen der Psyche bereits bei einem geringeren Lärmpegel beobachtet. Die größte Auswirkung auf das Arbeitsergebnis hat Lärm bei Tätigkeiten, die das Gedächtnis stark beanspruchen. Mitarbeiter werden zunehmend gestört und machen mehr Fehler, je höher der Lärmpegel ist.

Für Büroplaner, die moderne Bürolandschaften realisieren ist Vermeidung von Lärm eine Herausforderung. Eine genaue Betrachtung der Akustik schon in der Design- und Planungsphase wird unerlässlich. 

Nachhallzeit alleine führt nicht zum Ziel

In der Vergangenheit wurde – falls die Akustik überhaupt in der Büroplanung Berücksichtigung fand – meist nur die Nachhallzeit betrachtet. Die Nachhallzeit ist zwar eine der wichtigsten akustischen Größen, im Bürobereich ist allerdings ihre ausschließliche Betrachtung unzureichend. In einfachen akustischen Beurteilungen von Büros wird oft mit der Nachhallzeit und der äquivalenten Absorptionsfläche gearbeitet. Diese Größen hängen über die Sabine‘sche Formel (W. C. Sabine, Physiker, † 1919) zusammen und können damit vermeintlich leicht bestimmt werden. Die Formel ist nahezu genial einfach, unterliegt aber Einschränkungen. So ist sie für Einzelbüros anwendbar, für moderne Bürolandschaften in denen die horizontale Ausdehnung deutlich größer als die Höhe ist hat Sabine‘s Formel aber keine Gültigkeit. Weiterhin berücksichtigt die Nachhallzeit nicht die spezifische Lärmausbreitung. Doch genau die stellt ein Hauptproblem in großen Bürolandschaften dar. Letztlich hilft die Betrachtung der Nachhallzeit, die Hörsamkeit (vereinfacht: die Verständlichkeit von Sprache) in einem Raum sicherzustellen. In Büros ist aber nur über sehr kurze Entfernung ein Verstehen der Kollegen gewünscht. Entfernt sitzende Kollegen möchte man im Idealfall gar nicht hören, sie als „Hintergrundgeräusch“ wahrzunehmen wird geduldet, Ihre Worte aber zu verstehen löst Ablenkung von der Arbeit aus. Wenn also die Nachhallzeit alleine nicht taugt, um moderne Büros zu planen, womit soll der Bürodesigner dann arbeiten?

Werfen wir vor der Beantwortung dieser Frage einen Blick auf die Anforderungen an die Akustik von Büros, die berücksichtigt werden müssen.

Gesetzliche und Normative Anforderungen an die Büroakustik

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) gibt Beurteilungspegel für Lärm an, die nicht überschritten werden dürfen. Für überwiegend geistige Tätigkeiten gilt ein eigener Grenzwert. Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) legt auch Grenzwerte für Schallpegel fest, allerdings zur Einführung von Gehörschutzmaßnahmen und somit in einem Pegelbereich der in Büros nicht angetroffen werden sollte. Die Technischen Regeln zur LärmVibrationsArbSchV schlagen aber weitere Größen vor, die für Büros durchaus interessant sind: die Schallpegelabnahme pro Abstandsverdoppelung und der mittlere Schallabsorptionsgrad α des Raums. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) fordert höhere Grenzwerte für den Schallabsorptionsgrad als die LärmVibrationsArbSchV. Zusätzlich soll nach DGUV die Nachhallzeit des Büroraums in einem bestimmten Bereich liegen. Aus einer Forschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Soziales und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse (AWE) hervorgegangen, die für die Bürogestaltung interessante Ansätze liefern. Die AWE benennen die Forderungen der ArbStättV klar als unzureichend und führen einen Hintergrundpegel ein, der je nach Typ des Büros (Einzel-, Gruppen-, Großraumbüro) ein bestimmtes Maximum unterschreiten soll. DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ fordert seit 2016 für Büros ein minimales A/V-Verhältnis (Verhältnis von äquivalenter Absorptionsfläche zu Raumvolumen) und verweist für Details zur Büroplanung auf VDI 2569. Im Entwurf aus 2016 fordert diese Richtlinie eine bestimmte Nachhallzeit, einen bauseitigen maximalen Störgeräuschpegel sowie einen Schalldruckpegel der Sprache in 4m Abstand.

All dies zu berücksichtigen dürfte für Büroplaner nahezu unmöglich sein. Selbst Akustiker haben an der Fülle der Anforderungen keine Freude, zumal sie sich zum Teil widersprechen oder zumindest unterschiedliche Grenzwerte benennen. Aus wirtschaftlicher Sicht wird kaum ein Büroprojekt diese Masse an Anforderungen verkraften – schließlich gilt es neben der Akustik noch viele andere Disziplinen einzubeziehen.

Welche akustischen Größen haben praktischen Nutzen bei der Büroplanung?

An diesem Punkt ist es verständlich, dass immer mehr Büroplaner einen Akustiker zu Rate ziehen. Dieser muss entscheiden, welche Größen er für die Planung heranzieht und welche Grenzwerte er für jede Größe einsetzt. Dabei ist neben der Aussagekraft einer Größe das Aufwand-Nutzen Verhältnis wichtig. Manche Größen sind in der Praxis nur mit viel Aufwand zu bestimmen. So ist es z.B. zu hinterfragen ob in einem Planungsprojekt nach Designänderungen aufwändige Simulationen wiederholt werden können. Völlig ungeeignet sind akademisch bestimmte Werte, die zu ungenau sind oder die zu empfindlich auf Änderungen in Materialien oder Anordnungen reagieren. Auch sollte immer im Blick behalten werden, wie flexibel eine geplante Bürolandschaft auf Veränderungen durch z.B. Umzug von Mitarbeitern oder Änderungen der Größe einer Gruppe sein muss. Schließlich wird in vielen Büros nach nicht allzu langer Zeit ein Tisch verschoben - dadurch darf das Akustikkonzept nicht kippen.

Um das Bürodesign so effizient wie möglich zu gestalten und gleichzeitig die akustischen Anforderungen so weit wie nötig zu erfüllen, empfiehlt Ton im Raum die folgenden vier Größen zu berücksichtigen: Schallabsorptionsgrad α und Nachhallzeit T sowie Hintergrundpegel LH. Zusätzlich die Pegelabnahme pro Distanzverdoppelung D2,S oder alternativ den Schalldruckpegel der Sprache in 4m Abstand Lp,A,S4m.

Umfassende, aber wirtschaftliche Beurteilung der Büroakustik

Ton im Raum schlägt vor, die folgenden Punkte in die Planung eines Bürodesigns zu integrieren. In Absprache mit dem Projektleiter sollten diese Arbeitsschritte angepasst und ergänzt werden um die Akustikplanung gut in die Gesamtplanung des Auftraggebers einzufügen.

  • Einbeziehung der Akustik in Planungsworkshops bzw. Mitarbeiterbefragungen: Neben dem Ermitteln von wichtigen Kundenanforderungen kann der Büroplaner dabei auch Verständnis dafür aufbauen dass neben den technischen Lösungen, die der Bürobauer installiert auch organisatorische und kulturelle Maßnahmen von den Mitarbeitern selbst umzusetzen sind. So sollten z.B. Besprechungen in den dafür vorgesehenen Bereichen stattfinden.
  • Überprüfung auf „auffallenden“ Pegel einzelner Schallquellen: Dies bezieht sich zunächst auf Geräte, kann sich aber auch auf Abteilungen oder Personen beziehen.
  • Überprüfung auf ausreichende Sprachdämpfung aus anderen Arbeitsbereichen: Denn oft werden Sprachinformationen aus der eigenen Abteilung besser geduldet als abteilungsfremde Satzteile.
  • Planerisches Verfahren zur Ermittlung des Hintergrundpegels: Dieses Verfahren berücksichtigt die geplante Fläche pro Arbeitsplatz sowie Schallschirme. Auch Lärm von haustechnischen Anlagen und Außenlärm wird berücksichtigt. Als Ergebnis liefert das Verfahren eine lärmtechnische Arbeitsplatzqualifizierung mit Einstufungen von optimal bis ungünstig. Das Planerische Verfahren arbeitet größtenteils überschlägig und schnell. Es bietet ein gutes Aufwand-Nutzen Verhältnis und erzeugt Ergebnisse mit ausreichender Genauigkeit.
  • Rechnerische Kontrolle von mittlerem Schallabsorptionsgrad α und – soweit sinnvoll – Nachhallzeit T.
  • Überprüfung auf zu erwartende Flatterechos oder Fokussierungen: Diese beiden Effekte verursachen Irritationen bei den Bürobenutzern. Ihr Auftreten kann aber von erfahrenen Akustikern anhand von Planungsdaten erkannt und vermieden werden.
  • Messung des Beurteilungspegels LH, der Nachhallzeit T und der Pegelabnahme pro Distanzverdoppelung D2,S: Nach Realisierung des Büros können diese Werte Aufschluss darüber geben, ob die Planung korrekt verlaufen ist bzw. korrekt umgesetzt wurde.

Möglichkeiten der Akustik zu nutzen bringt Büroplanern einen Wettbewerbsvorteil

Heute stehen der Akustik viele Erkenntnisse zur Verfügung, die über eine einfache Nachhallzeitbetrachtung hinausgehen und damit einen wertvollen Beitrag zur Planung moderner Bürolandschaften leisten. Für Büroplaner ist die Einbeziehung dieser Erkenntnisse ein Wettbewerbsvorteil, denn Kunden werden dann zufrieden sein, wenn ihr neues Büro nicht nur repräsentativ aussieht sondern auch langfristig ein effektives und produktives Arbeiten ermöglicht.

Dipl.-Ing. Stephan Hepp, Ton im Raum